Tafelladen für Weißenhorn
Weißenhorn. "Weißenhorn hilft" hat sich als unterstützende Initiative etabliert. Die Stadt und das Rote Kreuz gehen nun ein neues Projekt für das Rothtal an: die Weißenhorner Tafel. Im Frühjahr soll Eröffnung sein.
An die 330 Menschen leben in Weißenhorn, die aufgrund unterschiedlichster Lebensumstände auf Sozialhilfe - heute Hartz IV genannt - angewiesen sind. Dazu kommen Personen, die Zuschüsse zur Miete beziehen oder als Familien mit geringem Einkommen eine Einkaufsberechtigung für einen Tafelladen haben. Schön für die Familien im Rothtal - doch es gibt keinen Tafelladen im Rothtal. Im kommenden Frühjahr könnte sich das ändern: Der Stadtrat hat am Montagabend beschlossen, dem Bayerischen Roten Kreuz bei der Einrichtung eines solchen Ladens zu helfen - um Menschen bei der Bewältigung schwieriger Lebenssituationen zu unterstützen. Zunächst solle im Weißenhorner Rotkreuzhaus an der Illerberger Straße im Frühjahr eine Ausgabestelle eingerichtet werden, einem Standort direkt in der Nähe der Innenstadt. Der Vorstand des BRK habe dem Vorhaben bereits Anfang Oktober zugestimmt, informierte Bürgermeister Dr. Wolfgang Fendt. Frischware soll in einem Kühlwagen, Trockenware im Rotkreuzhaus gelagert werden.
"Wir haben hier vor Ort eine hervorragende Gruppe", bei der das Projekt sehr gut aufgehoben sei, sagte der Bürgermeister und warb um Unterstützung im Stadtrat dafür. Die bekam er auch. Hermann Geiger, der SPD-Fraktionsvorsitzende, meinte, es sei gut, das Projekt in eine Organisation einzubinden, die bereits Erfahrung im Betrieb solcher Läden im Landkreis habe. Diese Einrichtung vor Ort anzubieten sei ebenso wichtig - denn Mobilität sei zunehmend auch eine Frage des Geldes.
Ob man denn nicht gleich in die Vollen gehen und von städtischer Seite aus Räumlichkeiten zur Verfügugn stellen könne, fragte der CSU-Fraktionsvorsitzende Ernst Peter Keller. "Ich wäre froh, wenn ich das könnte", sagte Fendt. Doch wichtiger sei nun, zu starten und über einige Monate hinweg ein Provisorium hinzunehmen. Wenn bis Mai kommenden Jahres ein adäquates Gebäude gefunden werden sollte, erübrige sich das Übergangsmodell von selbst - "da wäre sicher auch das Rote Kreuz froh darüber". Dann gehe es darum, dass die Stadt einen Verkaufsraum mit Lagermöglichkeit und Kühlzelle kostenlos zur Verfügung stellt. Die weiteren Investitionskosten in Höhe von rund 10 000 Euro und die Fixkosten von knapp 10 000 Euro im Jahr würde das Rote Kreuz übernehmen.
In die andere Richtung fragte Bruno Simmnacher (PWG) - "bei grundsätzlicher Zustimmung": Ob man das Projekt beginnen könne, obwohl noch keine Haushaltsmittel eingestellt sind. Zunächst gehe es erst einmal darum, die Einrichtung einer Tafel auf den Weg zu bringen, erwiderte Fendt. Sollten Kosten für die Stadt anfallen, müssten diese tatsächlich über den Haushalt des kommenden Jahres finanziert werden.
Es sei ohnehin klar, dass das Projekt eine Vorlaufzeit von rund einem halben Jahr benötigen werde, ergänzte der Bürgermeister. Zwar habe man schon ein mündliches Einverständnis. Doch müsse der Dachverband, der Bundesverband Deutsche Tafel, offiziell prüfen, ob das Konzept kompatibel ist und eine Genehmigung erteilen. Dann könne man aber auch loslegen. Der Stadtrat war einstimmig seiner Meinung
SWP, 26.10.2011

